Permanente Haarfärbung

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Haare und Bart blau gefärbt

Die permanente Haarfärbung ist mit Abstand die wichtigste Methode, um Haare zu färben. Eine permanente Haarfärbung ist praktisch nicht entfernbar, das Haar wächst jedoch im Monat etwa 1 cm, sodass die Haarfärbungen etwa jeden Monat erneuert werden müssen, wenn man eine gleichmäßige Haarfärbung behalten will.

Bei manchen empfindlichen Personen kommt es bei Zweikomponenten-Haarfärbungen zu Hautreizungen. Auch können durch Haarfärbung, Dauerwelle oder bei häufigem Waschen die Haare geschädigt werden, wodurch Glanz, Kämmbarkeit, Griff des Haares nachteilig beeinflusst werden. Diese Nachteile versuchen die Firmen durch kationische Tenside und Beigabe von Kreatin abzuschwächen. Neuerdings werden auch Alkylguanidin-Verbindungen bei der Behandlung oder Nachbehandlung empfohlen.

Auch recht milde Einkomponenten-Haarfarben auf Enzymbasis wurden entwickelt. Ein derartiges Haarfärbemittel muss jedoch vor der Auftragung auf das Haar gut vor Luftsauerstoff geschützt werden. Der Vorteil dieser Färbemittel ist, dass sie milder als Zweikomponenten-Färbemittel sind, der Nachteil liegt jedoch in einer schwächeren Färbung.[1]

Da Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel die Haarfaser schädigt und zu Hautreizungen führen kann, versuchen Unternehmen, diese Verbindung durch Verwendung von Dicarbonylgruppen und Aminoverbindungen zu ersetzen.


Zweikomponenten Haarfärbung

Bei der permanenten Haarfärbung (Oxidationshaarfärbung) werden Oxidationsbasen, das heißt leicht oxidierbare aromatische Verbindungen (zum Beispiel Phenylendiamin, Toluylendiamin, Aminophenol) zusammen mit Nuancierern (Stoffe, die den Farbton etwas verändern) in Gegenwart von Wasserstoffperoxid und Ammoniak, Emulgatoren und Wasser auf das Haar gebracht. Die Farbstoffteilchen wandern nun in das – durch das alkalische Medium aufgequollene – Haarinnere und werden dort zu komplexen Farbstoffen oxidiert, wobei sie sich chemisch mit dem Haarkeratin verbinden. Erst durch die Oxidation der Farbstoffbasen durch das Wasserstoffperoxid entsteht der Farbstoff.

Ein käufliches, permanentes Haarfärbemittel besteht aus zwei Komponenten: Einer Tube mit den Oxidationsbasen, Nuancierern und einem Fläschchen mit Wasserstoffperoxid.

Neben den Farbstoffbasen enthält ein Haarfärbemittel noch Verdickungsmittel, beispielsweise Fettalkohole und Lanolin, sodass die Mischung cremiger wird. Damit die Oxidationsbasen nicht unter Lufteinfluss vorzeitig oxidiert werden, enthält ein Färbmittel ferner Antioxidantien, zum Beispiel Natriumsulfit beziehungsweise Natriumformaldehydsulfoxylat oder Ascorbinsäure. Ferner ist in der Farbpaste etwas Ammoniaklösung (circa 1 %-ig oder Monoethanolamin) und etwas Tensid enthalten.[2]


Oxidationsbasen und Nuancierer

Oxidationsbasen können p-,o-Phenylendiamin, o-,p-Dihydroxybenzol und o-,p-Aminophenol beziehungsweise Derivate dieser Verbindungen sein. Je nach Zusammensetzung der aromatischen Verbindungen erhält man unterschiedliche Farbtöne.

Gebräuchliche Oxidationsbasen sind beispielsweise 2,5-Diaminotoluol, 2,3-Diaminotoluol, 2-Aminophenol und 4-Aminophenol. Als Nuancierer dienen die disubstituierten Aromaten in m-Position (m-Dihydroxybenzol, m-Aminophenol, m-Phenylendiamin).[2]


Verbotene Inhaltsstoffe

Durch die Kosmetikverordnung von 1977 und 1982 wurden 1,4-Phenylendiamin, 2,4-Toluoldiamin und 2,4-Diaminoanisol verboten, da sie im Verdacht carcinogener Wirkung stehen. Auch bei 2,4-Diaminoanisol und 2,4-Diaminotoluol sind krebserregende Effekte nachgewiesen worden.

Verboten in Haarfärbemitteln sind die folgenden Verbindungen: 1,2-Diaminobenzol, 1,4-Diaminobenzol, 2,4-Diaminoanisol, 2,5-Diaminoanisol, 2,4-Diaminotoluol, 2-Amino-4-nitrophenol, 2-Amino-5-nitrophenol. Die erlaubten Farbstoffe dürfen nur in den erlaubten Dosen im Färbemittel vorliegen.[3]

Vor 1990 wurden die Verbote von chemischen Inhaltsstoffen bei Haarfärbemitteln von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt. So war das 1,4-Phenylendiamin (eine Verbindung zur Herstellung schwarzer Farbtöne) in vielen Ländern ein wichtiger Haarfärbestoff (etwa in den USA),[4] in Deutschland gab es schon sehr zeitig (1906) ein Verbot gegen diese Verbindung.

Die freien Oxidationsbasen dürfen nicht mehr als 6 % im Haarfärbemittel betragen. Hydrochinon darf zu 2 %, Resorcin zu 5 % und Alpha-Naphthol nur zu 0,5 % verwendet werden.


Einzelnachweise


  1. Neuere Entwicklungen in der Haarkosmetik, SÖFW-Journal, 11-2006, S. 56
  2. 2,0 2,1 Wilfried Umbach: Kosmetik – Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1995, 2.Auflage, S.287
  3. Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 5. Auflage, Vol. A12, S. 584
  4. Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 12, S. 439


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