Haarshampoo/Haarwaschmittel

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Haarshampoo/Haarwaschmittel

Mit diesem Stichwort verknüpfte Kategorie(n): Haarkosmetik.

Haarwaschmittel sind Produkte der chemischen Industrie, werden aber auch in naturnaher Form (Naturkosmetik) hergestellt. Sie sind meist cremig oder flüssig und in der Regel parfümiert. Neben der Reinigung und der Entfettung des Kopfhaars (durch den Einsatz von Tensiden) fördert ein Shampoo auch die Verbesserung der Kämmbarkeit und des Haarglanzes, hat aufbauende, festigende, manchmal eine erfrischende und andere positive Wirkungen, wie z. B. pH-Neutralität, verstärkte Entfettung oder geringere Schuppenbildung. Haarwaschmittel ist den Kosmetika und Körperpflegemitteln zuzurechnen.

Die Ausdrücke Shampoo, Schampo(o)n oder Schampu werden im Deutschen häufig als Ersatz für den Begriff Haarwaschmittel benutzt. Der auch im Englischen verwendete Begriff shampoo  leitet sich vom Hindi-Wort चाँपो  her und bezog sich ursprünglich auf eine Kopfmassage, die mit verschiedenen Pflanzenölen und Pflanzenpulvern erfolgte; ähnlichlautende Begriffe gibt es auch in anderen nordindischen Sprachen.

Haarwaschmittel bilden heute zusammen mit Seife, Duschgel, Deodorant und Wasser den Kern der alltäglichen Körperhygiene vieler Menschen.

Anwendung


Bei der Anwendung werden ca. 10 g Shampoo im nassen Haar unter Reiben mit den Fingerspitzen auf der Kopfhaut verteilt, sodass sich ein feinblasiger Schaum bildet. Nach kurzer Einwirkungszeit wird mit warmem Wasser gründlich ausgespült.Das in den Talgdrüsen gebildete Hautfett und die aus den Schweißdrüsen mit Wasser austretenden anorganischen Salze, Aminosäuren, Harnstoff und Milchsäure, abgenutzte Hautpartikel, Umweltschmutz und gegebenenfalls Rückstände haarkosmetischer Behandlungen sollen so entfernt werden.[1]In Deutschland werden von Frauen im Mittel 2 bis 20 Gramm Shampoo pro Waschgang benutzt.[2]

Produktanforderungen für Shampoos


Je nach Verkaufspreis sind in einem Haarshampoo höherwertige Rohstoffe oder preiswerte Inhaltsstoffe enthalten. Ein Haarwaschmittel sollte folgende Anforderungen erfüllen:[1]

  • Gute Haarreinigungskraft
  • Unempfindlich gegen Wasserhärte
  • Hautverträglichkeit
  • Schaumvermögen
  • Biologische Abbaubarkeit
  • Gute Wirkung auf das Haar (Glätte, Glanz, pflegende Wirkung)

Sonstiges


Die Wirkstoffe von Haarwaschmitteln sind heute teilweise auch in Duschgels enthalten, so dass nur ein einziges Pflegemittel für Haut und Haare nötig ist. Auch für Haustiere gibt es Shampoos, die oft medizinischen Zwecken dienen, beispielsweise mit Zusatzstoffen gegen Zecken oder Läuse.

Rechtliches


Wie bei allen Kosmetika ist auch bei Haarwaschmitteln seit 1997 EU-weit die Angabe der Inhaltsstoffe gemäß INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) vorgeschrieben. Dies soll insbesondere Allergikern die Möglichkeit geben, ein Produkt vor dem Kauf auf bedenkliche Inhaltsstoffe zu prüfen.

Ein Haarwaschmittel ist nach dem Lebens- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) ein kosmetisches Mittel und unterliegt somit diesem Gesetz.[3] Weiterhin gibt die Verordnung über kosmetische Mittel (KosmetikV) Auskunft über zugelassene Stoffe, wie z. B. Farb-, Konservierungsstoffe und UV-Filter. Kosmetische Mittel müssen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sein, sofern dieses weniger als 31 Monate beträgt. Ab einem Gehalt an Formaldehyd von mehr als 0,05% muss nach der Kosmetik-VO der Hinweis "enthält Formaldehyd" auf der Verpackung aufgebracht sein.[4]

Quellen


  1. 1,0 1,1 Wilfried Umbach: Kosmetik – Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1988.
  2. Die Kosmetik-Riesen wissen genau, wie Sie duschen. auf: welt.de, 27. Juni 2014.
  3. Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. April 2006, zuletzt geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom 26. Februar 2008.
  4. Kosmetik-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. Oktober 1997, zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 15. Mai 2008.

Literatur


  • Wilfried Umbach: Kosmetik – Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-13-712601-0.
  • André O. Barel, Marc Paye, Howard I. Maibach: Handbook of Cosmetic Science and Technology. Informa Healthcare, New York.
  • Günter Vollmer, Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag. dtv-Verlag, 1985, ISBN 3-423-03276-6, S. 176 f.


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