Herstellung eines Shampoos

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Typische Shampoo-Rezeptur[1]
InhaltsstoffGehalt in %Funktion
Wasser 72,7−85,7 Lösungsmittel
Ammoniumlaurylsulfat 10−20 primäres Reinigungsmittel
Lauramide DEA 3−5 Schaumstabilisator
Natriumchlorid 0,5-1,5 Verdickungsmittel
Parfüm 0,5 Duftstoff
Dinatrium EDTA 0,2 Komplexbildner
Methylparaben 0,08 Konservierungsmittel
Propylparaben 0,05 Konservierungsmittel
D&C Orange No. 4 0,002 Farbstoff
FD&C Yellow No. 5 0,001 Farbstoff

Bei der Herstellung eines Shampoos werden alle Inhaltsstoffe in der Wärme oder bei Raumtemperatur (Kaltherstellung) in geeigneter Reihenfolge vermischt. Unter Umständen ist es nötig, Rohstoffe vorher zu schmelzen, zu lösen oder zu vermischen und erst danach dem Basisansatz zuzugeben. Die Einstellung der „Sollwerte“, wie z. B. pH-Wert und Viskosität erfolgt nach der Durchmischung. Anschließend kann das Produkt abgefüllt werden.[2]

Im Folgenden wird detaillierter auf die Ansatzherstellung eingegangen: Die Hauptbestandteile des Shampoos, Wasser und Waschrohstoffe, werden in einem Stahlkessel mit Rührer vorgelegt und, falls erforderlich, auf 60 °C bis 70 °C erwärmt. Nacheinander werden weitere Rohstoffe zugegeben und bis zur Homogenität verrührt. Sofern feste Stoffe, wie wachsartige Substanzen, Pulver oder Farbstoffe, zugegeben werden sollen, müssen diese vorher geschmolzen oder in Wasser oder anderen Rezepturbestandteilen gelöst werden. Falls polymere Pflegestoffe oder Verdicker zugesetzt werden sollen, müssen diese eventuell in warmem Wasser vorgequollen werden. Das Parfümöl wird gegebenenfalls vorab mit einem Lösungsvermittler, z. B. einem nichtionischen Tensid, vermischt. Zu den gängigsten Lösungsvermittlern zählen hydrierte und ethoxylierte Ricinusöle. Da Parfümöl und Konservierungsmittel häufig temperaturempfindlich sind, darf die Temperatur des Shampoo-Ansatzes bei deren Zugabe 35 °C nicht übersteigen. Abschließend erfolgt die Einstellung des pH-Wertes mit Hilfe einer Säure, z. B. Zitronensäure oder einer Base, z. B. Natronlauge. Diese Einstellung nimmt Einfluss auf die Viskosität des Shampoos. Daher wird danach die gewünschte Viskosität durch Zugabe von Elektrolyten, vorzugsweise Natrium- oder Ammoniumchlorid bzw. -sulfat, erhalten. Diese bewirken schon in geringen Konzentrationen eine starke Viskositätserhöhung.

Die kontinuierliche Herstellung erfolgt als Kaltherstellung, bei der alle Rohstoffe über Kolbenpumpen in einen statischen Mischer befördert werden.


Quellen


  1. André O. Barel, Marc Paye, Howard I. Maibach: Handbook of Cosmetic Science and Technology. Informa Healthcare, New York.
  2. Wilfried Umbach: Kosmetik – Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1988.


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