Typen von Shampoos/Haarwaschmitteln

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Typen von Shampoos/Haarwaschmitteln

Mit diesem Stichwort verknüpfte Kategorie(n): Haarkosmetik.

Für fettiges Haar

Bei erhöhter Fettproduktion der Talgdrüsen der Fetthaut werden die Haare schnell strähnig, ölig und die Frisur wird unansehnlich. Bei Männern wird die höhere Talgproduktion besonders durch das Hormon Testosteron gefördert. Mitunter führen auch Umweltfaktoren und psychische Faktoren zu einer stärkeren Talgabsonderung. Junge Leute haben in der Regel stärkere Probleme mit fettigem Haar als Ältere. Zur Vermeidung einer derartigen Wirkung gibt es Shampoos mit einem Eiweiß-Abietinsäure-Kondensat und gerbstoffhaltigen Pflanzenextrakten (z. B. Eichenrindenextrakt).[1] Dass sehr häufiges Haarwaschen die Talgdrüsen zu stärkerer Fettabsonderung anrege und dadurch zur schnellen Nachfettung des Haares führen würde, ist nicht belegt.[2]

Für trockenes Haar

Wenn das Haar mehrere Tage nach einer Haarwäsche noch spröde, glanzlos und trocken wirkt, muss man ein Shampoo für trockene Haare wählen. Die Talgdrüsen produzieren zu wenig Fett. Die Pflegestoffe bewirken eine bessere Kämmbarkeit, Geschmeidigkeit und verhindern das „Fliegen“ der Haare. Pflegestoffe sind pflanzliche Öle, Lecithin, Lanolin, Eiweishydrolysate, Collagen- und Keratinhydrolysate.[3]

Für strapaziertes Haar

Haare können durch UV-Strahlung, durch kosmetische Behandlungen (Dauerwellen, Haarfärben), durch Chemikalieneinfluss (Säuren, Basen), Kämmen und Bürsten geschädigt werden. Geschädigtes kann nicht in den Zustand von gesundem Haar zurückgebracht werden. Dennoch lässt sich Glanz, Kämmbarkeit mit speziellen Haarpflegemitteln wieder halbwegs erreichen.Haarpflegeshampoos für geschädigtes Haar enthalten die gleichen Wirkstoffe wie für trockenes Haar, jedoch in einer höheren Konzentration.[3]Empfohlen werden zusätzlich der Gebrauch eines Haarfestigers und von Haarölen.[1]

Für schuppiges Haar

Ein Anti-Schuppenshampoo soll über den normalen Reinigungseffekt für Haare und Kopfhaut hinaus lose Hautschuppen von der Kopfhaut entfernen und bei Daueranwendung die Bildung sichtbarer Schuppen verhindern, da diese auf der Kopfhaut, vor allem aber auf der Kleidung als unästhetisch und als Zeichen mangelnder Pflege angesehen werden. In jüngster Zeit konnte durch Praxistests über einen Anwendungszeitraum von 6 bis 8 Wochen belegt werden, dass insbesondere die wachstumshemmende Wirkung gegen Pilze (fungistatische Wirkung) die Ursache der Verringerung der Schuppenbildung durch Antischuppenshampoos ist. Die Zusammensetzung eines Antischuppenshampoos unterscheidet sich in der Regel kaum von einem Shampoo für normales Haar. Es werden lediglich andere bzw. zusätzliche Wirkstoffe wie Climbazol oder Selensulfide verwendet. Ihre Konzentration liegt allerdings meist im unteren Prozentbereich.[3]

Colorshampoos

Ein Colorshampoo oder auch Farbschutzshampoo soll die Farbbrillianz gefärbter Haaren länger erhalten. Im Test der Stiftung Warentest im März 2012 schnitten allerdings alle 16 getesteten Produkte mit "Mangelhaft" ab. Die Colorshampoos sind in dieser Hinsicht genauso wirkungslos wie ein mildes Babyshampoo. Auch vor UV-Einstrahlung schützen sie nicht besser.[4]

Babyshampoos

Babyshampoos sind besonders haut- und schleimhautverträglich. Es werden nichtionische Tenside eingesetzt, zusätzlich Eiweißhydrolysate und Kamillenextrakt.[3]

Trockenshampoos

Es handelt sich hierbei um eine pulverförmige Substanz, manchmal einfaches Reismehl und Duftstoffe, mit der Haare ohne Zugabe von Wasser gereinigt werden können. Das Pulver absorbiert das Fett der Haare. Nach kurzer Einwirkzeit kann das Pulver aus dem Haar gebürstet werden. Heutzutage ist der Einsatz von Trockenshampoo unüblich geworden. Die Benutzung beschränkt sich im Wesentlichen auf Notfälle, beispielsweise wenn nicht ausreichend Wasser vorhanden ist (z. B. auf mehrtätigen Wanderungen) oder man wegen einer Krankheit nicht in der Lage ist, sich den Kopf zu waschen. Trockenshampoo wird aber noch häufig in der Tierfellpflege eingesetzt.

Quellen


  1. 1,0 1,1 Günter Vollmer, Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag. dtv Verlag, Stuttgart 1985, S. 171.
  2. Stiftung Warentest Leserfrage: Wie wirkt Shampoo für fettiges Haar?
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Wilfried Umbach: Kosmetik – Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1988.
  4. Colorshampoo-Test der Stiftung Warentest In: Zeitschrift test. 4/2012 und auf test.de, 29. März 2012.


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